Eindrücke

Interessiert an unseren Tiefenökologie Treffen in Heidelberg? Hier findest du Eindrücke unserer vergangenen Treffen, die jeweils unter einem anderen Thema stehen.
Aktuelle Termine

Bisherige Themen unserer Treffen

Um einen Eindruck der Vielfalt unserer Themen zu bekommen, findest du hier eine Auswahl vergangener Einladungen unserer Tiefenökologie-Treffen in Heidelberg.

Samstag, 16.03.2024

Tiefenökologie-Treffen

zum Thema „Freude“
Dalai Lama und Bischof Tutu
Ich wähle Freude statt Verzweiflung, weil die Erde mir täglich
Freude schenkt und ich diese Gabe zurückgeben muss.
( Robin Wall Kimmerer )
Liebe Interessierte an der Tiefenökologie!

Mal ehrlich: Darf man sich in diesen Zeiten, die geprägt sind von Kriegen, Klimakatastrophen und gesellschaftspolitischen Aufspaltungen eigentlich noch freuen? Wäre dies nicht verwerflich, gar unmoralisch? Welche Muster haben wir gelernt?

Der Dalai Lama sagt: „Freude ist eine Fähigkeit, in der wir uns üben sollten.“ Einige von euch haben vielleicht den Film „Mission: Joy“ gesehen, in dem der Dalai Lama und Desmond Tutu so viel Freude und Zuversicht ausstrahlen, obwohl beide in ihrem Leben viel Leid erfahren haben.

Wir laden euch herzlich ein, das Geschenk der Freude mit uns am kommenden Tiefenökologie-Nachmittag zu erforschen: Wenn wir uns von der Gefahr der Apathie, angesichts der überwältigenden Zustände in der Welt abwenden, um bewusst mehr Fühlfähigkeit in unser Leben einzuladen, empfinden wir den Schmerz intensiver und gleichzeitig kann sich ein Zugang zur Freude öffnen.

Doch woher kommt die Freude? Kann ich sie machen oder geht es mehr darum, meine Empfänglichkeit für Freude bereit zu stellen? Freude ist ein facettenreiches Thema und kann für jede*n anders erlebbar sein. Das herzliche Lachen in geselliger Runde und die stille Freude, die beim Betrachten einer Blüte im Innern auf perlt. Die Freude, die aus der Resonanz mit dem Lebendigen erwächst und die Freude, die durch bewusste Dankbarkeit entsteht.

Was lernen wir von der Natur über die Freude? Was sagt uns die Frühlingskraft im Wachsen und Blühen und was erlauschen wir im morgendlichen Vogelkonzert?

Freude strahlt ab und kann gerade in herausfordernden Zeiten eine Kraftquelle sein, die uns ermöglicht, schwierigen Situationen auf lange Sicht standzuhalten.

Wir freuen uns darauf, unsere persönlichen und gemeinsamen Quellen der Freude zu ergründen, zu bewegen und zu erleben!


Foto: Carey Linde auf wikipedia / Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“

Samstag, 24.02.2024

Tiefenökologie-Seminar mit Gunter Hamburger

zum Thema „Resilienz anstatt Othering“
Mammutbaum
Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
was keiner sagt, das sagt heraus.
Was keiner denkt, das wagt zu denken
was keiner anfängt, das führt aus.
( J. W. von Goethe zugeschrieben )
Liebe Interessierte an der Tiefenökologie!
In herausfordernden Zeiten, die geprägt sind von Katastrophen, Chaos, Gewalt und Leid, braucht es Menschen, die sich nicht abwenden, die ganz präsent sind, wahrnehmen, was sie fühlen und handeln mit dem, was ihr Herzens-Verstand von ihnen fordert. Das ist nicht einfach, im Gegenteil müssen die Menschen bereit sein, sich ins Dickicht ihrer Seele zu begeben, ihre vertrauten Wege verlassen und ins Unbekannte gehen – in ein Land von Nicht-Wissen und ohne Garantie auf zu-frieden-stellende Lösungen. Ein Herz voller Mitgefühl erfor­dert großen Mut. Warum sollte sich jemand auf einen Weg begeben ohne Garantie für einen Erfolg und voller Gefahren? Macht dir das Angst? In unserer Situation ist die Angst eine Wegbegleiterin – wir respektieren sie, doch wir lassen uns nicht von Ihr beherrschen.

Resilienz und Zusammenhalt mit anderen stärkt uns auf unserem Weg.

Was uns leiten kann, ist unser Wissen und die Gewissheit, dass die Erde – Gaia – ein lebendiger Organismus ist und wir nur als ein Teil von ihr existieren können. Alles Leben ist miteinander verbunden und voneinander abhängig – Menschen verschiedener Hautfarben, Glaubensrichtungen und kultureller Prägungen, alle Arten, die mit uns den Planeten bewohnen und alle Wesen, die in 4 Mrd. Jahren die Erde zu einer Heimat für alle gemacht haben, in der niemand irregulär oder illegal ist.

Du bist eingeladen an diesem Tag deine Qualitäten, die dich schon immer als Lebe-wesen ausgezeichnet haben, einzubringen, nämlich ein mitfühlendes, mitmenschliches und mitkreatürliches Wesen zu sein – ausgestattet mit aller Autorität, die dein größeres Selbst – die Erde – dir geben kann.

Das Seminar setzt keine Kenntnisse voraus. Alle sind herzlich eingeladen mitzumachen!

Weitere Infos zu Gunter und zur Tiefenökologie allgemein: holoninstitut.de, tiefenoekologie.de, workthatreconnects.org, www.joannamacy.net

Samstag, 27.01.2024

Tiefenökologie-Treffen

zum Thema „Was mich bewegt
Baumstumpf an ruhigem Fluss
Einatmend beruhige ich Körper und Geist.
Ausatmend lächle ich.
Verweilend im gegenwärtigen Moment, weiß ich,
es ist der einzige Moment.
( Thích Nhất Hạnh )
Liebe Interessierte an der Tiefenökologie!
Wir haben ein ereignisreiches Jahr 2023 hinter uns gelassen. Viele von uns schauen mit Sorge auf das neue Jahr 2024 – wie sich die multiplen Krisen, in denen wir gefühlt immer stärker gefangen sind, entwickeln mögen. Aber es gibt genauso auch inspirierende Begebenheiten, Hoffnung machende Aktionen und Fortschritte, die wir uns so nicht haben träumen lassen.
Was bewegt mich und was macht das mit mir – in diesem Moment, in diesen Tagen, in diesem ersten Monat des Jahres 2024?

Wir laden ein zum Council, zum Redekreis, in dem wir im geschützten Rahmen genau das achtsam miteinander teilen. In dieser Runde geht es darum: Wie geht es mir, mit dem, was ich aus dem näheren und feineren Geschehen mitbekomme und was mich betroffen macht. Und/oder welche Möglichkeiten habe ich gefunden, damit umzugehen.

Im Council sind wir eingeladen, aus dem Herzen zu sprechen und mit dem Herzen zuzuhören. Dadurch schaffen wir ein gemeinsames Feld, das mehr ist als die Summe der anwesenden Personen. Durch die Synergie unserer verbundenen Herzen kann etwas völlig Neues entstehen, ein Gruppenfeld, das uns stärken und weiten kann. Wenn wir dieser wachsenden Gemeinschaft bewusst werden, können wir umso mitfühlender und wirksamer in der Welt sein. Im Lauschen auf die Wahrheit des Kreises, die in der Mitte liegt, wissen wir besser, was zu tun oder zu lassen ist.

Zur Einstimmung beginnen wir mit einer Meditation und schließen mit einem Mitbringbüffet ab. Wie immer wird unser Treffen in Lieder eingebettet sein.

Foto von onepicnowords auf Pixabay

Samstag, 2.12.2023

Tiefenökologie-Treffen

zum Thema „Schuld sind die anderen“ (Teil 2)
Frau, die auf dich zeigt
Jenseits der Vorstellungen
von Richtig und Falsch
liegt ein Ort.
Dort werde ich dich treffen.
( Rumi )
Liebe:r Interessierte an der Tiefenökologie!
Die gegenwärtige Krise kann als spirituelle Herausforderung betrachtet werden. Wir sitzen alle in einem Boot und können die großen Menschheitsfragen nur als Weltgemeinschaft und in Verbundenheit angehen. Wir spüren, dass es wenig dienlich ist, selbstgerechte Positionen einzunehmen und die „Schuld“ an unseren Krisen bei den „anderen“ zu suchen (othering). Doch wie können wir das Fortschreiten von Spaltung in der Gesellschaft vermeiden? Was ist unser Beitrag in unserem persönlichen Umfeld?

Im Verstehen und Sich-Verorten innerhalb konträrer Positionen zu existenziellen Themen wie Klimawandel, politischen Krisen, alltäglicher Gewalt geht es nicht darum, die Härte, die darin liegt, zu bagatellisieren, sondern meine Möglichkeiten zu erforschen, wie die Spaltung innerhalb unserer persönlichen Lebensbereiche verringert werden könnte.

Gleichzeitig braucht es mehr denn je Menschen, die klar Position beziehen und unser Verhältnis zur Natur und zu unserer lebendigen Mitwelt überdenken, neu erfühlen und in die Welt bringen. Wie können wir lernen, eigene Trigger-Punkte zu unterscheiden von Themen, die uns rufen, klar Position zu beziehen und uns mit ganzem Herzblut zu engagieren?

Ein Schlüssel liegt darin, präsent zu sein. Das heißt, wirklich mit mir verbunden zu sein, in einer vertieften Wahrnehmung meiner geistigen, seelischen und körperlichen Gegenwart. Dann verbinde ich mich mit der lebendigen Erde, unseren Ahn:innen, auf deren Schultern wir stehen, und blicke auf mein Jetzt aus der Sicht der zukünftigen Menschen. Von dieser Position aus kann ich mein menschliches oder nicht-menschliches Gegenüber wirklich spüren, mich verbinden und möglicherweise neue Erkenntnisse und gemeinsame Wege sehen.

Was bringt mich in meine Präsenz? Nachdem wir uns in Teil 1 dem Thema angenähert haben, indem wir verschiedene Positionen zu einem konflikthaften Thema eingenommen haben und dabei eine Weitung von Herz und Haltung erfahren durften, laden wir diesmal bei Teil 2 dazu ein, weiter zu forschen: durch Übung zu tiefer Kommunikation / transparenter Kommunikation, mit Meditation. Wie kann es gelingen, mein Gegenüber an dem Ort zu treffen, der jenseits von Richtig und Falsch liegt?

Der Nachmittag ist für alle offen - auch die, die beim ersten Teil nicht dabei waren, sind herzlich eingeladen mitzumachen!

Foto von Thibaut Santy auf Unsplash

Samstag, 28.10.2023

Tiefenökologie-Treffen

zum Thema „Schuld sind die anderen“
Frau, die auf dich zeigt
Jenseits der Vorstellungen
von Richtig und Falsch
liegt ein Ort.
Dort werde ich dich treffen.
( Rumi )
Liebe:r Tiefenökologie-Interessierte und -Inspirierte,
kennst du das auch? Ein guter Freund berichtet dir, dass er sich im Winter einen Kurztrip in die Südsee gönnen möchte, um sich vom deutschen Schmuddelwetter zu erholen. Er erwartet von dir, dass du dich mit ihm freust, dir hingegen schießt eine lange Liste von Gegenargumenten ein, deren zufolge eine Flugreise in unserer Zeit, wo die Erderwärmung dramatisch voranschreitet, dir ethisch nicht vertretbar erscheint. In eurer Freundschaft tut sich ein schmerzlicher Graben auf.

Die gegenwärtigen Bedrohungen für den Planeten und allen Lebewesen in der Welt zersplittern uns als Menschheitsfamilie in unterschiedlichste Positionen: Teils verdrängen und ignorieren wir, teils stellen wir uns den traumatischen Tatsachen emotional und werden aktiv, teils entwickeln wir aber auch eine lähmende Klimaangst.

„Othering“ beschreibt den Vorgang von Abgrenzung: Hier sind wir (die Guten), dort sind die anderen (die die falsche Position vertreten). Man steckt fest in konträren Positionen.

Wir laden ein, achtsam unsere eigenen blinden Flecken aufzuspüren, wo wir mit Überlegenheitsgefühlen einen Austausch auf Augenhöhe verunmöglichen.

Wir wollen unserem Erleben von Verlorenheit zwischen scheinbar unüberbrückbaren Paralleluniversen Raum geben und dies anerkennen.

Wie gehen wir mit dem Schmerz und der Verzweiflung um, dass trotz eines enormen Faktenwissens um die Klimakatastrophe und auch den Möglichkeiten und Kompetenzen, diese wirksam aufzuhalten, viel zu wenig in die Tat umgesetzt wird?

Joanna Macy bezieht sich in ihrer „Arbeit, die wieder verbindet“ auf das Konzept des „Interbeing“ von Thich Nhat Hanh: Wir sind alle wechselseitig miteinander verbunden, nichts existiert ohne das andere. Wenn wir uns auf das Gewahrsein des Interbeing einlassen, gibt es dann einen Zugang zu dem Ort, den Rumi beschreibt und der hinter der Vorstellung von Richtig und Falsch liegt?

Wir laden dich ein, dich gemeinsam mit uns diesen großen Fragen anzunähern.

Foto von Thibaut Santy auf Unsplash

Samstag, 30.09.2023

Tiefenökologie-Treffen

zum Thema „Sommerfülle – Ernte – weitergehen“
Wenn wir uns auf die Erde beziehen
und ihr tief im Herzen zuhören,
dann teilt sie uns mit, wie sie bewohnt werden möchte
und wie es gelingen kann, dass wir in Harmonie mit ihr leben.
Sie lässt uns spüren,
dass wir ein Teil von ihr sind und sie ein Teil von uns ist.
( Sabine Lichtenfels )
Wie war dein Sommer?
Der Sommer im Jahreskreis ist für viele Menschen verbunden mit der Leichtigkeit und Sinnlichkeit von Ferien, Badesee, Eisbecher und langen Sommernächten in geselliger Runde. In unserer herausfordernden Gegenwart zeigt der Sommer sich aber auch mit Starkregen, Hitzestress, Dürreperioden und Waldbränden. Folgt man der öffentlichen Diskussion, haben viele Menschen mehr Angst vor dem Klimaschutz, als vor der Klimakatastrophe selbst, eine Diskussion die mehr Reibungsverluste erzeugt, als Lösungen produziert. Die Zeiten der Unbefangenheit beim Hören des Wetterberichts „33 Grad und wolkenloser Himmel“ ist vorbei, stattdessen schleicht sich ein Gefühl der Bedrückung und Angst ein.

Bei unserem tiefenökologischen Nachmittag bist du eingeladen, mit deinen persönlichen Sommererfahrungen präsent zu sein: deiner Dankbarkeit, deinem Schmerz und deiner Fülle, die du erfahren durftest. Alles gehört zusammen, weil du ein Teil der lebendigen Erde bist.

Du bist eingeladen, deinen Schmerz um den Zustand der Welt, die unter dem Klimawandel leidet, einem gehaltenen Trauerkreis anzuvertrauen und dich transformieren zu lassen, so dass du mit „neuen Augen schauen“ kannst.

Und du bist eingeladen, die Ernte deiner Sommererlebnisse in der Verbundenheit mit der lebendigen Natur zu sammeln und zu würdigen. Was hat dich gestärkt und lässt dich auf deinem Weg im Großen Wandel weitergehen? Unterstützt durch gemeinsames Singen von heilsamen Liedern werden wir unserer individuellen Ernte der Sommerkraft intuitiv nachspüren und sie mit über die Schwelle zum Winterhalbjahr nehmen.


Foto von Jack Redgate auf Pexels

Samstag, 17.06.2023

Tiefenökologie-Treffen

zum Thema „Gespräch mit einem Baum“
Und in den Wald gehe ich,
um meinen Verstand zu verlieren
und meine Seele zu finden.
( John Muir )
Liebe:r Tiefenökologie-Interessierte und -Inspirierte,
wie sprichst du mit einem Baum?

Seit Urzeiten war der Mensch auf den Baum bezogen. Als Markierungspunkt, Schattenspender und Nahrungsmittel. Den Kelten galt die Weltenesche als Sinnbild des gesamten Kosmos, in der christlichen Tradition spielt der Baum der Erkenntnis eine wichtige Rolle. Heute werden Wälder marktwirtschaftlich verwertet und gleichzeitig beziehen sich immer mehr Menschen auf den Baum und auf den Lebensraum Wald als Ort der Regeneration: Waldbaden ist längst nicht mehr nur was für die Esoterik, sondern ist in seiner medizinischen positiven Auswirkung wissenschaftlich nachgewiesen.
Gleichzeitig haben wir eine Kultur erschaffen, die die globale Zerstörung der Wälder durch den Klimawandel, Waldbrände und Abholzung als gegeben hinnimmt.

In der Tiefenökologie erleben wir, dass es zwischen Baum und Mensch keine Trennung gibt: Wir sind verschiedene Ausdrucksformen eines gemeinsamen Netzes des Lebens, das sich wechselseitig bedingt. Wir sind existenziell abhängig von den Bäumen, die uns mit Sauerstoff versorgen. Bäume berühren unsere Herzen, sie werden gemalt und besungen. Sie schenken Trost und Halt und ihr zyklisches Wachstum gibt uns Menschen Orientierung für unsere eigenen Reifungsprozesse.

Bei unserem letzten tiefenökologischen Treffen haben wir in einem tiefgehenden Trauerkreis unseren Schmerz um die Zerstörung der Wälder geteilt, gefühlt und integriert. Beim kommenden Treffen bist du eingeladen, mit allen Sinnen dein persönliches Gespräch mit einem Baum zu führen. Im Nachspüren vertieft sich unser Gewahrsein des Verflochtenseins mit der lebendigen Natur und bringt uns so auf neue Art ins Handeln. Wir erfahren Stärkung und Resilienz, um Teil im Großen Wandel zu sein.

Da wir einen Teil des Nachmittags in einem nahegelegenen Waldstück verbringen, bringt bitte mit: feste Schuhe, Sitzunterlage oder tragbaren Hocker, Wasserflasche.

Foto von Jan Huber auf Unsplash

Samstag, 06.05.2023

Tiefenökologie-Treffen

zum Thema „Baum und Mensch in Wechselbeziehung“
I’m breathing tree, tree is breathing me.
( Barbara McAfee )
Liebe Tiefenökologie-Interessierte und -Inspirierte,
wir leben in einer Zeit und Gesellschaft, die vorwiegend geprägt ist vom Dualismus: Der Mensch ist getrennt von der Welt und die Natur ist nichts mehr als eine Ressource, ein Objekt. Ein Baum wird marktwirtschaftlich berechnet und genutzt.
Doch es gibt zunehmend auch Strömungen, in denen sich dieses Selbstverständnis fundamental wandelt. Wir erleben, dass sich ein neues Weltbild zeigt, in dem wir eine Zugehörigkeit mit der lebendigen Biosphäre erfahren.

An diesem Nachmittag laden wir dich ein, die gegenseitige Durchdringung von Mensch und Baum zu erforschen und zu erleben. „Ich bin, weil du bist." „Ich atme ein, was du ausatmest“. Wir Menschen sind eingefügt in eine lebendige Wirklichkeit, in der wir wechselseitig aufeinander angewiesen sind. Diese Verbundenheit wurde missachtet und verletzt. Dem Schmerz, der mit diesem Erkennen verbunden ist, werden wir einen geschützten Raum geben und ihn würdigen.
Wie denkt und fühlt ein Baum? Ökosysteme wissen, wie Gegenseitigkeit funktioniert: Das Leben lebt, um zu nähren, zu bewahren und zu kommunizieren. Es geht ums Beschenktwerden und Zurückgeben.
Dabei möchten wir unsere Wahrnehmung nicht auf den Verstand beschränken, sondern auch das Spüren des Körpers einbeziehen, ein Körper, der ein- und ausatmet im symbiotischen Geheimnis mit den Bäumen.

Foto von Kristin Kälber

Samstag, 04.03.2023

Tiefenökologie-Treffen

zum Thema „Den Schmerz in Liebe verwandeln“
Ich möchte euch nur darauf hinweisen,
dass es nicht darauf ankommt,
viel zu denken,
sondern viel zu lieben.
Darum tut das, was am meisten Liebe in Euch erweckt.
( Teresa von Ávila )
Liebe Tiefenökologie-Interessierte und -Inspirierte,
in den multiplen Krisen, in denen die Menschheit genauso steckt wie jeder für sich im Kleinen, neigen wir nur zu oft dazu, die Zähne zusammenzubeißen und uns an dem zu orientieren, was noch Halt gibt im Leben. Wir funktionieren, ja wollen funktionieren, weil wir merken, dass wir auf diese Weise schmerzhaften Empfindungen aus dem Weg gehen können und damit ein Stück Sicherheit in all der Unsicherheit haben. Während das eine natürliche Schutzreaktion ist, die uns erlaubt, an dem Chaos nicht zu verzweifeln, berauben wir uns mit dieser Flucht aber auch der Weisheit, die in der Erfahrung solcher Empfindungen liegt. Wenn wir – am besten in einem geschützten Raum – unseren Schmerz zulassen über den Zustand der Welt, über all das Leid, das wir sehen können, wenn wir es denn wollen, dann können wir spüren, dass wir diesen Schmerz nur empfinden können, weil wir liebesfähig sind. Denn ohne unsere Liebe zur Welt könnten wir das Gefühl des Schmerzes über ihren Zustand nicht spüren. Unser Schmerz und unsere Liebe sind also nur zwei Seiten derselben Medaille.
Wenn wir uns von unserem Schmerz abschneiden, indem wir ihn unterdrücken und ihm aus dem Weg gehen, schneiden wir uns auch von einem Teil unserer gelebten Liebe ab. Wenn wir lernen, den Schmerz zu umarmen, Stück für Stück, dann kann er uns auch die andere Seite der Medaille zeigen und offenbaren, wie tief unsere Liebe ist. Mit dieser neuen Sichtweise ergeben sich womöglich Impulse, wo wir im Leben anders mit dem Schmerz und dessen Zulassen umgehen möchten oder unsere Liebe in praktischer Weise ausdrücken wollen.
Um diese Themen wird es bei unserem nächsten Tiefenökologie-Treffen gehen.

Foto von Hamza Awan von Pexels
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